Kundalini
Julie

Das Wort Tantra stammt aus dem Sanskrit. Seine Wurzel "tan" bedeutet soviel wie „ausdehnen", „Gewebe“.
Damit meine ich ein großes kosmisches Gewebe mit dem wir alle verbunden sind.
Tantra ist auch bekannt als der direkte Weg zu Erleuchtung. Tantriker benutzen bewußt ihren Körper als Werkzeug.

Der Tantrismus ist eine große philosophische Bewegung, die der Sexualität des Menschen eine zentrale Bedeutung beimisst. So wurden im Tantra verschiedene Meditationstechniken entwickelt, die es dem Menschen ermöglichen sollen, seine sexuelle Kraft für einen inneren Transformationsprozess zu nutzen. Dieser durchbricht die gesellschaftlichen Grenzen und bejaht alle Lebensbereiche und die damit verbundenen Gefühle zutiefst. Auch die, welche sich vielleicht
auch unangenehm anfühlen.. alle Emotionen wollen gelebt, angenommen und gefühlt werden, dass so die Essenz zu
Tage treten kann.

Shiva und Shakti stehen für das göttliche Männliche (Eros, Feuer, Geist) und das Weibliche (das Passive die Liebe und unendliches Mitgefühl). Shiva und Shakti sind keine Märchenfiguren, sondern Sinnbild für die Polarität des Lebens. Dieses bildet in ihrem Spannungsverhältnis das kosmische Gewebe, die Schöpfung selbst.

Am Anfang des Schöpfungsaktes gibt es nichts als das reine, formlose Sein. Shiva und Shakti sind vereint. Dieses reine formlose Sein ist hochfrequente, göttliche Energie, Bewusstsein, Licht und pure Liebe.

Weil das Wissen allein uns nicht erfüllt, ist es nötig dass Shiva und Shakti sich voneinander lösen und sich so als eigenständige Kraft wahrnehmen können. Also beginnt Shakti sich von Shiva abzuspalten, der als reines Bewußtsein unverändert bleibt. Aus der Sehnsucht heraus das reine Sein zu manifestieren, entsteht der Wunsch diese geladene Energie so zu verdichten, dass dies für den Menschen erfahrbar wird, um so den Wunsch nach Einheit und Liebe zu erfüllen.

In der westlichen Entwicklungsgeschichte wird dieser Moment als Urknall bezeichnet. Dabei ergießt sich die göttliche hochfrequente Energie in ständig wandelnde materielle Formen und es beginnt ein nimmer enden wollender Prozess der Entwicklung und Entfaltung.

Dieser Prozess durchläuft verschiedene Stufen in unserem Körper, in uns. Die schöpferische Shakti Kraft manifestiert
sich zuerst in die uns verborgenen Ebenen und durch die Elemente der Chakren. Da diese Kraft sich im unterstem
Element Erde nicht mehr weiterentfaltet, ist der Schöpfungsprozess abgeschlossen.

Sie ruht nun als schlummerndes Energiepotenzial am unteren Ender der Wirbelsäule, wie eine zusammengerollte
Schlange. Diese Energie, auch Kundalini Energie genannt, kann durch verschiedene Meditationen und Techniken geweckt werden und über die Chakren zum Shiva emporsteigen.

Sie trägt die Erinnerung nach Verschmelzung in sich, was sich in unseren Wünschen nach Glück und "Ganz" zu sein, widerspiegelt. Wenn die Kundalini geweckt wird eintsteht in uns ein veränderter Bewußtseinszustand (Samadhi), in dem ein Tanz der beiden Pole beginnt.

Alles ist mit einander verbunden und hat seine Aufgabe, in diesem komplexen Gewebe von Leben und Bewußtsein. All unsere Gedanken und unser Handeln löst eine Reaktion im Ganzen aus.

Dieses Wissen ist, was mich beim Geben und Nehmen einer Tantra so tief berührt, ich bin aufgehoben im Ganzen, wie
eine Familie. So erschließen sich oft neue Räume.

Alles ist voll göttlicher Schönheit, Dunkelheit braucht nur Licht und unsere dunklen Seiten verwandeln sich in wohlwohlende Charaktere. Der Weg des Tantra ist der Weg der Liebe und der Weg des Lichts. Die Form hat sich
unserer westlichen Welt angepasst, doch die Blüte und der Duft des ursprünglichen Gedankens blieben erhalten.

Die Wahrhaftigkeit kann nicht in der äußeren Welt gefunden werden. Sie ist in unserem Körper verborgen, der unser tiefstes inneres Wissen um das große Ganze beherbergt.

Der Körper ist der Tempel der Seele. Aus diesem Grund begegnen die Tantriker dem Körper mit ehrfurchtsvoller Achtsamkeit und mitfühlendem Respekt. Die tantrische Massagearbeit beruht auf dem Verständnis, dass Körper, Gefühle, Geist und Seele eine Einheit bilden. Ihr Ziel ist es, eine Verbindung zwischen Spiritualität, Sinnlichkeit und Sexualität herzustellen.

Durch Einbeziehung des männlichen oder weiblichen Geschlechts entsteht eine Ganzheitlichkeit und es kann eine
heilende Wirkung folgen. In der Tantra Massage wird die sexuelle Energie mit dem Herz Chakra verbunden und so Liebe erfahren. Wenn die göttliche Einheitskraft wiedererkannt wird, ist nichts mehr wie es war.

Im tantrischen Sinne massiere ich das Göttliche im Mann oder der Frau. So finden Menschen eine Ruheoase und können aufatmen, sich geborgen fühlen und ihrer Sinnlichkeit hingeben.